Zinsbindung bei Immobiliendarlehen

Vor allem in Deutschland werden Immobiliendarlehen sehr häufig mit festen Zinssätzen abgeschlossen. Fest vereinbarte Zinssätze sind deshalb so sehr beliebt, weil sie eine große Planungssicherheit mit sich bringen – denn egal wie sich die Zinsmärkte auch entwickeln, auf die Finanzierung können sie nach Vertragsunterschrift keinen Einfluss mehr nehmen. Der Zeitraum, über den ein Zinssatz vereinbart wird, wird auch als Zinsbindung oder Zinsbindungsdauer bezeichnet.

Die meisten Darlehensnehmer lassen den Zinssatz ihrer Immobilienfinanzierung auf einen Zeitraum von zehn Jahren festschreiben. Allerdings ist seit einigen Jahren festzustellen, dass sich zunehmend mehr Darlehensnehmer für längere Zeiträume, wie zum Beispiel 15 oder 20 Jahre entscheiden. Diese Entwicklung ist auf jeden Fall gutzuheißen, denn letztendlich bringen längere Zinsbindungen eine größere Planungssicherheit mit sich.

Zwar ist es so, dass die Dauer der gewählten Zinsbindung auf die Höhe des Zinssatzes Einfluss nimmt (und eine längere Zinsbindungsfrist im Normalfall zu einem höheren Zinssatz führt), aber dennoch ist die Entscheidung für eine lange Zinsbindung sehr ratsam. Bei genauer Betrachtung wird man nämlich feststellen, dass die Aufpreise für längere Zinsbindungszeiträume nur sehr gering sind. Sollte man seine Immobilienfinanzierung während einer Niedrigzinsphase abschließen, so ist davon auszugehen, dass die Zinsen nach Ablauf der Zinsfestschreibung deutlich höher ausfallen werden. Folglich ist es nur sinnvoll, den Zinssatz des Darlehens für einen möglichst langen Zeitraum festzuschreiben – denn desto länger kann man vom niedrigen Zinssatz profitieren.

Besonders bei knappen Finanzierungen sollte man sich dieser Tatsache bewusst sein, ansonsten kann es passieren, dass man nach Ablauf der Zinsbindung die Finanzierung nicht mehr tragen kann. Dieses Risiko bezeichnet man auch als Prolongationsrisiko.