Immobilienfinanzierung verständlich gemacht
Die Problematik mit Ferienhäusern und Ferienwohnungen
Die Finanzierung von Ferienimmobilien nicht einfach. Schon zahlreiche Menschen mussten die Erfahrung machen, dass es teilweise sehr schwer sein kann, eine Bank zu finden, die den Kauf einer Ferienimmobilie finanzieren möchte. So mussten schon etliche Leute von ihrer Hausbank hören: „Wir würden die Immobilie ja gern finanzieren, aber sie befindet sich außerhalb unser Region, was uns eine Finanzierung verbietet. Bitte wenden Sie sich doch an eine Bank in der Region, in der sich das Objekt befindet.“ Wendet man sich dann an eine Bank vor Ort, dann wird einem gesagt, dass regionale Objekte nur dann finanziert werden, wenn man bei der Bank schon seit längerer Zeit Kunde ist und sich dort auch das Gehaltskonto befindet. Im Folgenden soll aufgezeigt werden, weshalb viele Banken bei der Finanzierung von Ferienhäusern und Ferienwohnungen so zurückhaltend sind.
Der Hauptgrund, weshalb zahlreiche Banken, Versicherungsgesellschaften und auch Bausparkassen vor der Finanzierung von Ferienobjekten zurückschrecken ist das hohe Risiko. Ferienobjekte sind mit einem deutlich höheren Risiko verbunden, als andere Immobilien. Meist beginnt es schon damit, dass Ferienimmobilien oftmals verhältnismäßig teuer sind. Egal ob an Nordsee oder Ostsee: Die Käufer müssen meist tief in die Tasche greifen. So kann beispielsweise ein Ferienhaus auf Sylt mehrere Millionen kosten. Dies stellt für die Banken insofern ein Risiko dar, dass sich diese Objekte nicht sehr schnell veräußern lassen.
Einen weiteren Risikofaktor stellt die räumliche Entfernung zu den Immobilien dar. Wenn beispielsweise jemand im süddeutschen Raum wohnt und eine Ferienwohnung auf Usedom erwirbt, wird er nur wenig Zeit haben, sich um die Immobilie kümmern zu können. Noch deutlicher wird das, wenn es um Immobilien im Ausland geht. So werden vermutlich nur wenige Leute in der Lage sein, sich von Deutschland aus um eine Finca in Spanien zu kümmern. Soll die Immobilie vermietet werden, so kann dieser Umstand ein weiteres Problem darstellen, denn häufig werden Ferienimmobilien saisonal vermietet und spielen somit nicht durchgehend Einnahmen in das Portmonee des Eigentümers.
Wegen dieser Gründe, gibt es etliche Banken, die eine Finanzierung von Ferienobjekten grundsätzlich nicht anbieten. Vor allem bei Direktbanken ist diese Regelung sehr häufig anzutreffen. Direktbanken gehen oftmals noch einen Schritt weiter und bieten die Finanzierung von Immobilien in Urlaubsregionen bewusst nicht an – selbst dann nicht, wenn die Objekte zur dauerhaften Eigennutzung gedacht sind.
Ferienimmobilien finanzieren
So manch einer mag sich jetzt vielleicht fragen, wieso es manchen Leuten dennoch gelingt, ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung zu finanzieren. Diese Frage ist leicht zu beantworten: Solche Finanzierungen sind in aller Regel Einzelfallentscheidungen. Bei wichtigen Kunden machen die Banken auch mal eine Ausnahme - nicht unbedingt die Direktbanken, aber regionale Banken durchaus. Wenn jemand über eine erstklassige Bonität verfügt (gutes Einkommen und keine oder nur eine verhältnismäßig geringe Verschuldung), dann sind manche Banken durchaus dazu bereit, einer Immobilienfinanzierung zuzustimmen. Allerdings lassen sich die Banken ihr Risiko dann auch gut bezahlen - denn aufgrund der wenigen Konkurrenz sind sie nicht unbedingt dazu gezwungen, günstige Darlehen anzubieten.
Des Weiteren stehen die Chancen auf den Abschluss einer Finanzierung nicht ganz so schlecht, wenn man neue Objekte direkt vom Bauträger erwirbt. Gerade bei größeren Projekten sind regionale Banken schon früh als Finanzierungspartner der Bauträger beteiligt und neigen dann sehr viel schneller zu einer Darlehensvergabe.